Segelfliegen im Winter
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- 18 Feb
„Im Winter muss man nicht komplett auf‘s Segelfliegen verzichten, aber man muss sich warm anziehen!“ – Der Herrenberger Pilot Chris Hiller berichtet von seinen Flügen in der Wintersaison.

Natürlich sind im Winter Wetterlagen, in welchen man als Segelflieger überhaupt längere Flüge durchführen kann, nur sehr selten. Ohnehin ist es wegen der oft fehlenden Sonneneinstrahlung schwierig durch Thermik in der Luft zu bleiben. Deshalb werden vorrangig zwei andere Möglichkeiten genutzt um die nötige Energie für den motorlosen Flug zu gewinnen. Zum einen gibt es dafür den sogenannten Hangwind. Dieser entsteht, wenn der Wind gegen einen Berg oder eine Bergkette bläst und dabei aufsteigen muss. Darin kann sich das Segelflugzeug stundenlang in der Luft halten. Eine prädestinierte Stelle für diese Art von Flügen ist unter anderem die Bergstraße zwischen Heidelberg und Darmstadt. Das zweite Phänomen entsteht ebenfalls bei stärkerem Wind hinter einer überströmten stehenden Bergkette. Dabei kann sich die Luft aufschwingen, so dass die Stromlinien eine Auf- und Abwärtsbewegung machen. Diese Schwingung lässt sich auch in Bachläufen an der Wasseroberfläche beobachten und ist bis in große Höhen sehr ausgeprägt. Anders als beim Hangflug, welcher sich immer recht bodennah bis ca. maximal tausend Meter über Grund abspielt, kann man beim Wellenflug Höhen von dreitausend bis siebentausend Meter erreichen. Solche Flüge können ebenfalls im Rheintal an der Odenwald- bzw. Pfälzerwald-Kante oder auch im Schwarzwald durchgeführt werden. Ich selbst konnte in diesem und den letzten Jahren einige hundert Kilometer in der Schwarzwald- und Pfälzerwald-Welle zurücklegen.







