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Der Zunahme des gewerblichen Flugverkehrs in Stuttgart erfordert eine Neuordnung der Luftraumstrukturen. Daher treten am 15. März 2007 neue Segelflugsektorenregelungen in Kraft, die am vergangenen Freitag in der Alten Turnhalle vorgestellt wurden. Mit 250 Segelfliegern aus 51Flugsportvereinen war die Informationsveranstaltung des Arbeitskreises Sektoren gut besucht. Statt bisher zehn gibt es nunmehr 15 Sektoren rund um Stuttgart. Diese Sektoren werden bei thermikstarken Wetterlagen auf Anforderung durch die Vereine für den Segelflug freigehalten, wobei die jeweilige Höhe telefonisch mit dem Wachleiter der Flugsicherung in Langen (Hessen) abgestimmt wird. Dieses System wurde von einem eigens für diesen Zweck vor 13 Jahren gegründeten "Arbeitskreis Sektoren" nach und nach so optimiert, dass es als "Stuttgarter Modell" inzwischen nicht nur bei deutschen Flughäfen sondern auch im Ausland als mustergültig gilt und daher Nachahmer gefunden hat. Jochen Baumgarten, Segelflugbeauftragter der Flugsicherung Langen und Helmut Montag, DFS Niederlassung Stuttgart, erläuterten aus Sicht der DFS die Entwicklung der Flugbewegungen des Flughafens Stuttgart seit 1948. Seit 1984 ist eine steiler werdende Anstiegskurve zu beobachten, wobei das Jahr 2001 nur einen kurzen Einbruch der Flugfrequenz brachte. Der Anstieg von 50.000 Bewegungen in 1984 auf 160.000 in 2006 schob Stuttgart auf Platz vier der internationalen Flughäfen nach Frankfurt, München und Düsseldorf und hat selbst Berlin Tegel überrudet. 2006 wurde in Stuttgart der zehnmillionste Fluggast registriert. Der Sektor Poltringen wird künftig in zwei Teile aufgeteilt, sodass eine "abgetreppte" Höhenfreigabe sowohl den Anforderungen der gewerblichen Luftfahrt als auch den flugsportlichen Wünschen heimischen Segelfliegern entgegenkommt. Nach Meinung der Poltringer Flieger wurde auch an die Überlandfluganschlüsse an die thermikstarke Schwäbische Alb gedacht und ein Vorschlag der heimischen Piloten aufgegriffen: Über Rottenburg hinaus nach Ofterdingen gibt es eigens hierfür einen Ausflugkorridor über den Rammert. Auch im Bereich der Kommunikation wird sich einiges ändern: Neu ist eine "Segelflug ATIS Frequenz" (119,325 MHz). Hier handelt es sich um eine tonbandgespeiste Ausstrahlung der Segelflugsektorenhöhen, die von den Segelfliegern, die sich in diesen Lufträumen aufhalten, ständig abgehört werden muss. Dort werden Höhenänderungen, die die DFS zur Flugverkehrsabwicklung benötigt bekanntgegeben. "Man spricht Deutsch auf der neuen ATIS Frequenz" wo die Freigaben abzuhören sind, beruhigte Helmut Montag von der DFS Niederlassung Stuttgart, die Zuhörer, die sich ungern mit DFS Flugenglisch beschäftigen wollen. Neu ist auch eine "Schulungs-CD", die für Piloten und Flugleiter kurzfristig geschaffen wurde. Dort können sich die Piloten in Frage und Antwort, mit Landkarten und Tabellen über die Luftraumstrukturen informieren und im Selbsttest ihr Wissen prüfen. Alle Luffahrtkarten werden rechtzeitig auf die neuen Verfahren umgestellt. Die neuen Sektorenumrisse werden nicht nur bei den Lotsen in die Radarbildschirme eingespeichert, sondern auch bei den Segelfliegern in die bordeigenen GPS Geräte eingespeist. "Die Segelflieger können die gefundene Neuregelung mittragen" so die Meinung der Anwesenden, nun liegt es an den Beteiligten die Verfahren intensiv zu schulen.  
"Volles Haus" in der Alten Turnhalle in Herrenberg; 250 Segelflieger interessieren sich für die Neuerungen Flugsportverein Herrenberg e.V. Hansjörg Jung
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