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Das Ehrenamt stößt an seine Grenzen Drucken E-Mail

Herrenberg: Beim Flugsportverein ist der Dokumentationsaufwand bei der Technik sehr hoch geworden

thumb_ehrungen.jpgExakt 103 stimmberechtigte Mitglieder des Flugsportvereins (FSV) Herrenberg trafen sich am vergangenen Samstag zur Mitgliederversammlung im Hotel Hasen in Herrenberg. Für sie hatte FSV-Vorsitzender Peter Kuczewski eine frohe Kunde: Die Mitgliederzahlen entwickeln sich positiv.

„Bei dieser Jugend ist mir nicht bange, dass es mit dem Verein weitergeht“, zog Peter Kucwezski ein zufriedenes Resümee über die Aktivitäten der Jugendgruppe. 42 Jugendliche, bei den Flugsportlern sind
dies Personen bis zum 25. Lebensjahr, sind derzeit im Modellbau, dem Segel- oder Motorflug aktiv. Das große Interesse an Luftsportaktivitäten führen die Verantwortlichen insbesondere auf die Teilnahme
bei der Aktion „Fett Party machen ohne Alkohol“ zurück. Hierzu war eine große Party auf dem Flugplatz in Poltringen veranstaltet worden. Auch die Einbeziehung von Herrenberger Schulen wie das Schickhardt- und Andreae-Gymnasium sowie der Segelflug-AG brachten interessierten Jugendlichen
das Segelfliegen näher.

Großen Aufwand hatte wieder der Technische Leiter des Vereins Martin Nuoffer mit der Instandhaltung des Flugzeugparks. Dabei sind auch bei Flugsportvereinen mittlerweile umfangreiche internationale
Instandhaltungsvorschriften einzuhalten. Viele Arbeiten müssen mittlerweile an gewerbliche
Flugzeugwerften vergeben werden. Dies führt zu hohen Wartungskosten und auch Stillstandzeiten der Flugzeuge. Der mittlerweile vom Gesetzgeber geforderte Dokumentationsaufwand führt die Technik an die Grenzen des Ehrenamts. Hier ist die Politik gefordert für den Flugsport Regelungen zu finden, die die Flugsicherheit gewährleisten und gleichzeitig eine praktikable Instandhaltung der Flugzeuge durch ehrenamtliche Kräfte weiterhin ermöglichen.

Positiv entwickeln sich die Mitgliederzahlen in allen drei Sparten des Vereins, dem FSV Herrenberg gehören mittlerweile knapp über 300 Mitglieder an. In der Sparte Motorflug muss aufgrund der Nachfrage nach einer Motorflugausbildung eine Warteliste geführt werden. Der Motorflugausbildungsleiter Frank Kasparek berichtete über die Ausbildung in Theorie und Praxis. Die Ausbildung im Verein beschrieb er als ausgezeichnet. Die regelmäßigen gemeinsamen Ausflüge aller Vereinsmaschinen, letztes Jahr nach Kroatien und verschiedene Ziele in Deutschland, werden
sehr gut angenommen. Für das laufende Jahr ist ein Flug nach Schweden geplant.

Segelflugausbildungsleiter Rainer Braitmaier berichtete über die Flugausbildung und die zahlreichen Aktivitäten im Segelflug. Durch die Teilnahme an Wettbewerben und Fluglagern im In- und Ausland
waren die Segelflieger wieder äußerst aktiv. Durch Schnuppersegelflüge von Schülern und dem Fliegen mit Kindern aus Tschernobyl konnte einer breiten Öffentlichkeit die Fliegerei nähergebracht werden.

Bei den Wahlen wurde als zweiter Vorsitzender Otto Hofmayer gewählt. Dieser folgt Hansjörg Jung, der nach langjähriger Tätigkeit als Kassier, erster und zweiter Vorsitzender, keine Wiederwahl in die Vereinsführung mehr angestrebt hat. Kuczewski lobte den langjährigen Einsatz von Jung, was die Versammlung im Hasen-Saal mit einem langandauernden Applaus bestätigte. In den Ausschuss wurden Ulrich Kohler und Dieter Höckh wiedergewählt. Die Ehrungen nahmen einen breiten Raum der Veranstaltung ein. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Erwin Oswald, Helmut
Dettinger, Thorsten Hörmann, Thomas Konder und Werner Öffner geehrt. 40 Jahre gehören Willi Haug und Wolfgang Höckh dem Verein an, 50 Jahre Flugsportler sind Erwin Hommel und Reinhold Dreher.

Auch der Baden-Württembergische Luftfahrtverband (BWLV) ehrte Vereinsmitglieder in Herrenberg. Die Ehrungen nahm Hans-Joachim Proß, Vizepräsident des BWLV, vor. Die bronzene Ehrennadel des BWLV erhielt Stefan Breuer für seine langjährige Tätigkeit als Kassier. Je eine
silberne Ehrennadel erhielten der Technische Leiter Martin Nuoffer sowie der erste Vorsitzende Peter Kuczweski. Lars Meinecke erhielt die Wolf-Hirth-Medaille des Verbandes in Bronze. Diese zeichnen seine Verdienste für die Technik aus. So baute Meinecke einen Startwagen für den Flugplatz in Poltringen. Heinrich Sattler erhielt für seine nunmehr 40 Jahre lange Tätigkeit als Fluglehrer die Fluglehrer-Verdienstplakette.
-gb-

Bericht im Gäubote vom 04.03.2010

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. März 2010 um 11:28 Uhr
 
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